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Der glücklose Krieger

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Der glücklose KriegerEs war einmal ein Samuraikrieger namens Hido. Er war mutig und stark, aber trotzdem gehörte er immer zu den Verlierern. Die Menschen wollten ihn nicht mehr als Kämpfer einstellen, weil er ein Pechvogel war. Und Hido wurde immer ärmer.

„Ich gehe in eine Stadt, wo mich keiner kennt“, sagte sich Hido. Er nahm sein Schwert, seinen Bogen und die drei letzten Pfeile und brach auf. Nach tagelanger Wanderung kam er an das Ufer eines Flusses. Er sah eine schmale Brücke und wollte sie überqueren. Dann blieb er überrascht stehen: Eine riesige schlafende Schlange versperrte ihm den Weg. Rote Rauchkringel stiegen aus ihren Nasenlöchern auf.

Schlange„Dieses Untier kann mich nicht aufhalten“, sagte Hido mutig. Er stieg vorsichtig über die Schlange hinweg. Aber bevor er ans Ende der Brücke gekommen war, hörte er eine Stimme rufen.

„He, du! Samurai!“

Hido drehte sich um. Die Schlange war verschwunden. Statt dessen stand ein Edelmann da, der sich höflich verbeugte.

Der glücklose Krieger„Du bist offensichtlich ein mutiger Mann und hast keine Angst vor bösen Schlangen“, sagte der Edelmann. „Ich suche einen Samurai, der mir dient. Immer, wenn jemand vorbeikommt, verwandele ich mich in eine Schlange. Du bist der einzige, der keine Angst gehabt hat. Wie heißt du?“

„Hido“, sagte der Krieger. „Mit wem habe ich die Ehre?“ „Ich bin der Herrscher des Sees“, erwiderte der Mann.

Hido war überrascht. Der Herrscher erzählte, daß dort unter Wasser eine große Stadt lag, die durch ein Kristalldach geschützt war. Dann wurde er traurig.

„Mein Volk lebte dort glücklich, bis der Zauberdrache kam. Jetzt haben wir große Angst, denn jede zweite Nacht kommt der Drache von dieser Brücke aus mit Zauberkraft durch das Kristalldach. Es wird nicht mehr lange dauern, bis er alle Untertanen getötet hat!“

„Ich werde für Euch kämpfen, mein Herr“, bot sich Hido an, „Aber ich glaube, Ihr solltet wissen, daß die Leute mich für einen Pechvogel halten.“

„Ich glaube, was ich sehe, und nicht, was ich höre“, erwiderte der Herrscher, nahm Hido bei der Hand und schritt von der Brücke. Wunder über Wunder! Sie sanken schnell hinunter auf das Kristalldach. Der Herrscher klopfte dreimal. Sie betraten die Stadt und gingen zum Schloß. Hier wurden für den Krieger Essen und Trinken aufgetragen.

„Bald wirst du ein schreckliches Gebrüll hören, Hido. Dann mußt du dem Drachen entgegentreten.“

„Ich werde mit meinem Schwert, meinem Bogen und drei Pfeilen bereitstehen“, antwortete der Krieger.

„Nur drei Pfeile? Du brauchst hundert!“ rief der Herrscher aus.

Drache„Wenn drei den Drachen nicht aufhalten können, dann wird keine Zeit mehr zum Schießen sein“, erwiderte Hido. Noch während er sprach, hörten sie ein lautes Gebrüll. Hido ergriff seine Waffe und lief aus dem Schloß, dem Drachen entgegen.

Das schreckliche Tier bewegte sich auf ihn zu und spie Feuer. Der Krieger schoß seinen ersten, dann seinen zweiten Pfeil ab, aber der Drache kam grimmig näher.

In seiner Verzweiflung fiel Hido ein, daß ein Drache einzig und allein durch menschlichen Speichel aufgehalten werden kann. Schnell spuckte er auf die Spitze seines letzten Pfeils und zielte. SSSSST! Der Bogen zitterte und der Pfeil traf sein Ziel.

Der glücklose KriegerDer Drache stellte sich auf die Hinterbeine, brüllte und schlug um sich. Dann fiel er um, daß die Erde bebte.

Der Herrscher und sein Volk liefen herbei, um Hido zu danken.

„Oh, mutiger Samurai, das Glück ist auf deiner Seite. Du bist jetzt für immer unser Krieger!“

Und so fand Hido endlich ein neues Zuhause und sein Glück.


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